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Die Kunst ein Rotorblatt zu schmieden…

...oder wie ein GCT-Rotorblatt entsteht.

Nun, der geneigte Leser mag verstehen, dass wir hier nicht alles bis ins kleinste Detail beschreiben. Unser Schmied bevorzugt wie man sieht noch die alte Methode mit Feueresse, Hammer und Amboss

Wir haben modernere Produktionsmethoden deren Ziel es ist, dem Modellpiloten Rotorblätter der Spitzenklasse zu bieten. Hochfeste Materialien wie Glas- und Kohlefilamente in Form von Geweben, Gelegen oder Strängen (Rovings) sowie eines der besten Epoxydharze, das man für Geld bekommen kann, spielen hierbei die Hauptrolle. Ein exakt computergeschnittener Hartschaumkern sowie ein aus Sicherheitsgründen maschinell geriffeltes und exakt bemessenes Bleigewicht bilden dann das Innenleben des Blattes. Halt, das eigentlich Wichtigste bei der Rotorblattproduktion dürfen wir auf keinen Fall vergessen und das ist unsere Erfahrung aus einigen inzwischen hunderttausend erfolgreich bei uns produzierten Rotorblattpaaren.

Die Materialien werden je nach Blatttyp nach einem exakten Belegungsplan in die Formen eingelegt und jeweils mit dem nach Gewicht genau bemessenen Epoxydharz getränkt. Diese Formen sind das Produktionsgeheimnis unserer Rotorblätter, erst eine exakte, profiltreue und oberflächenstabile Form ergibt ein makelloses Blatt, ein GCT-Blatt eben. Die Formen werden unter hohem Druck verschlossen und in einer großen Wärmekammer bei entsprechenden Temperaturen über Nacht ausgehärtet. Erst diese Aushärtung unter erhöhter Temperatur – der Fachmann spricht von Temperung – verleiht dem Epoxydharz die nötigen technischen Eigenschaften und damit dem Blatt seine vorbestimmten flugtechnischen Eigenschaften.

Wie kommt nun aber die Farbe aufs Blatt? Nun, unser Schmied bevorzugt hierbei wieder die altbekannte Methode, wie man sieht dann doch etwas mühsam aber immerhin mit erfreulichem Vorbild. Wir spritzen eine speziell für uns hergestellte 2-Komponenten-Farbe in die Formen. Für Schriftzüge und Designlackierungen werden zuvor exakt computergeschnittene Masken in die Formen drapiert die nach Auftrag der jeweiligen Farbe Maske für Maske aus der Form entfernt werden. Zugegeben sehr aufwändig aber das Ergebnis in Form von brillanten Farben und kantenreinen Übergängen kann sich sehen lassen. Unsere Farbe ist UV-beständig und damit gegen das hässliche vergilben, wie das bei den heute bei vielen Herstellern immer noch üblichen Polyesterlackierungen der Fall ist, beständig. Wir haben im Dauerversuch Blätter über ein Jahr lang ununterbrochen der intensiven Tropensonne ausgesetzt, die Blätter blieben brilliantweiss wie zuvor. Wir meinen ein beachtenswerter Vorteil für unsere Kunden.

Die Blätter werden entformt und verputzt. Hier geht unser Schmied dann doch recht grob vor, nichts für ein fein verschliffenes GCT-Blatt. Die Bohrung im Flansch wird mit Hilfe einer speziellen Bohrlehre gebohrt und die Messinghülse eingepresst. Die Blätter werden kontrolliert, Blätter auch mit den noch so kleinsten Fehlern werden gnadenlos aussortiert. Die Herstellung von Rotorblättern ist reine Handarbeit und wir freuen uns über eine bei uns für Handarbeit erstaunlich niedere Fehlrate. Dies zeigt den hohen Ausbildungsstand unserer Mitarbeiter, ein Qualitätsbonus, der sich erfreulich in der Lohntüte auswirkt sorgt wie überall auf der Welt für die nötige Motivation.

Selbstverständlich wird die laufende Produktion durch entsprechende Prüfverfahren überwacht. Unser Schmied tut dies auf eine Art und Weise die wir nicht zur Nachahmung empfehlen. Blätter sind für hohe Drehzahlen konstruiert und damit auf höchste Zugbelastung ausgelegt. Hohe Drehfestigkeit sorgt für direkte Steuerbarkeit, hier kann jedoch eine übermässige Verdrehung von Hand wie sie im Flug niemals vorkommt zum Bruch führen. Auf Biegung werden die Blätter im Flug wenig belastet und so würde das Blatt bei unserem Schmied - zugegeben er ist nicht gerade ein Schwächling - auch schon längst gebrochen sein.
Nun haben wir viele Einzelblätter aber damit können wir uns noch nicht bei unseren Kunden sehen lassen. Bekanntlich gehören mindestens zwei Paar Blätter auf einen Hubschrauber, eines für den Haupt- und eines für den Heckrotor (sehen wir einmal von den wenigen heckrotorlosen Modellen ab.) Zwei und zwei in die Tüte und ab damit? Nein das geht nicht, die Rotoren drehen mit hohen Drehzahlen und die allergeringste Unwucht führt zu unruhigem Blattlauf was dem Piloten wenig Freude und uns viel Ärger einbringen dürfte.
So folgt nun eine der wichtigsten Arbeiten bei der Fertigstellung des Rotorblattes: Das Auswuchten. So wenig es zwei absolut gleiche Fingerabdrücke gibt so wenig gibt es fertigungsbedingt zwei absolut gleiche Rotorblätter. Mögen sie einmal zufällig im Blattgewicht gleich sein, der Blattschwerpunkt ist jedoch nie an der gleichen Position und dafür müssen wir nun sorgen. Wir haben für Hauptrotorblätter eine sehr strenge Vorgabe die sogar den Blattvorlauf jedes einzelnen Blattes berücksichtigt. Dazu interessieren Dinge wie erlaubter maximaler Gewichtsunterschied zwischen den ausgewuchteten Blättern sowie die maximale Grösse des Wuchtgewichtes. Das Auswuchten erfolgt auf einem von uns selbst entwickelten und -gebauten Wuchtgerät. Sie werden bemerken, dass eines der Blätter eines Blattpaares einen Kunststoffstopfen auf der Unterseite aufweist. Dort haben wir das Wuchtgewicht eingebracht, verklebt und die Bohrung mit dem Stopfen verschlossen.

Die exakten Auswuchtkriterien sollen mal das kleine Geheimnis unseres Schmiedes bleiben der auch beim Auswuchten eine sehr eigenwillige Methode benutzt wie man sieht. Sie können gerne unsere Blätter nachprüfen falls Sie im Besitz einer tauglichen Prüfeinrichtung sind. Wir empfehlen jedoch: Blätter aus der Verpackung nehmen, montieren und fliegen. Freuen Sie sich über den ruhigen Lauf und die Spurtreue Ihres GCT-Blattes. Wir wuchten – Sie fliegen. Generell ist zu sagen, dass nach einem Blattwechsel von Blättern verBlattmontierenschiedener Hersteller in vielen Fällen eine Anpassung der Mechanik nach Angaben des Hubschrauberherstellers notwendig sein kann. Bei den viel kleineren Heckrotorblättern ist die Methode etwas einfacher. Hier paaren wir zwei Blätter die im Gewicht so genau übereinstimmen, dass ein Unterschied nur mit einer Spezialwaage nachgewiesen werden kann. Dies sorgt für den ruhigen Lauf.

Nun werden die so vereinten Paare sauber und transportsicher verpackt. Eine eingelegte ausführliche Produktbeschreibung mit Sicherheitshinweisen informiert Sieliefern über die Art und Größe des Blattes. Bitte Sicherheitshinweise nicht nur lesen sondern auch im eigenen Interesse beachten. Das Blattpaar geht nun auf die Reise in die weite Welt. Sie bestellen und ein hoffentlich freundlicher Servicemann unseres Versandunternehmens bringt Ihnen das Gewünschte auf schnellstem Wege ins Haus.
Unser Schmied hat nun auch seine Freizeit verdient und wie man sieht ist er von der Qualität und der Leistungsfähigkeit seiner GCT-Blätter überzeugt. Wir und hoffentlich auch bald Sie sind dies auch. Wir wünschen Ihnen beim Fliegen mit GCT-High-Tech-Rotorblättern viel Freude und allzeit Erfolg.

 

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Die Blattschmiede

Hans + Heiko Glatthorn